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Bis zum Carolinum waren es nur wenige Schritte. Hofmeister Zachariä marschierte mit der Laterne vorweg, Fritz und fünf seiner Kommilitonen folgten nach. Der Nachtwächter ließ sie passieren. Durch die Vorhalle und den Flur vor den Auditorien erreichten sie den Laubengang, der zu den Stuben im hinteren Trakt führte. Plötzlich schrie Zachariä auf. Er blieb so unvermittelt stehen, dass Fritz beinahe gegen seinen Rücken geprallt wäre. Fritz machte einen Schritt zur Seite und dann sah auch er, was der Hofmeister gesehen hatte: Am Ende des Hofes stand eine Gestalt. Der grüne Schlafrock, die weiße Gesichtslarve und die weiße Nachtmütze leuchteten im Schein der Fackel, die die Gestalt in der Hand hielt. Fritz spürte, wie sich die Härchen an seinen Armen aufstellten, ein Eisschauer raste sein Rückgrat hinunter. Er spürte den schnellen Atem der anderen im Nacken, doch als er sich umdrehte, waren sie schon in den Laubengang zurückgewichen, wo sie sich eng aneinanderdrängten und starrten. Zachariä hatte sich inzwischen darauf besonnen, dass er die jungen Herren beschützen sollte. Er riss die Laterne hoch und trabte zögernd los. Doch die Gestalt war fort. Nur die Fackel flackerte im Schnee weiter.
Fritz wurde unbeschreiblich wütend. Wer war dieser Possenreißer, der sich einen Scherz mit dem Carolinum erlaubte und alle in Angst versetzte? Er rannte Zachariä hinterher, hatte ihn bald erreicht und überholt. Beim Laufen spähte Fritz angestrengt, aber die Gestalt war in dem Durchgang, der zum Abtritt führte, verschwunden. Kurz bevor er die Fackel erreichte, hemmte etwas Weiches seinen Lauf. Fritz sah nach unten. Ein unförmiges Lumpenbündel lag dort. Zachariä kam heran und richtete die Laterne darauf. Jetzt war es Fritz, der schrie und schrie und schrie ...
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