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Fast so verborgen wie das Mahlwerk in der Kaffeemühle liegt die Firma Peter Gass mitten im Bergischen Land, auf einer kleinen Anhöhe im Ortsteil Honsberg, etwas abseits vom Zentrum der Stadt Radevormwald. Honsberg hat seinen dörflichen Charakter bewahrt, hier ist von der Hektik der großen industriellen Ballungszentren nichts zu spüren.
Diese abgeschiedene Region hatte sich seit dem späten Mittelalter zu einem wichtigen und weithin bekannten Standort der Kleineisenindustrie entwickelt. Im 18. Jahrhundert beherrschten Stahl- und Eisenschmieden die Umgebung von Radevormwald. Die Wirtschaftsstruktur des Bergischen Landes prägten von jeher vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, deren Erfolg der hohe Qualitätsstandard ihrer Spezial-Erzeugnisse begründete. Auch die Produktion von Kaffeemühlen hat in dieser Gegend eine lange Tradition: 1786 entstand eine erste Fabrik in Remscheid.

1919
Das Jahr 1919 war für Deutschland ein Jahr des wirtschaftlichen und politischen Neubeginns nach dem Ende des verlorenen Ersten Weltkriegs. Das Kaiserreich wandelte sich in eine Republik. Im Februar fanden die Wahlen zur Nationalversammlung statt. Friedrich Ebert wurde erster Reichspräsident. Die deutsche Regierung unterzeichnete den Friedensvertrag von Versailles. Der Acht-Stunden-Arbeitstag wurde gesetzlich eingeführt.

Gründung
Am 15. November 1919 begann Hermann Spiekenheuer im Haus seiner Eltern in Honsberg damit, Kaffeemühlen zu montieren. Wie war der gerade Zwanzigjährige auf diese Idee gekommen? Durch genaue Marktstudien! Der junge Mann hatte eine kaufmännische Lehre in einer Haushaltswarengroßhandlung absolviert. Als Reisender erfuhr er in der Nachkriegszeit, daß Kaffeemühlen gebraucht wurden. Durch das Mahlen von Ersatzmitteln waren viele Mühlen kaputtgegangen. Außerdem bestand ein Nachholbedarf, denn nach den knappen Kriegsjahren wollten sich die Menschen endlich einmal wieder »echten« Bohnenkaffee gönnen.
Der Anfang schien also erfolgversprechend. Und so beteiligte sich der drei Jahre jüngere Bruder Ewald an dem Unternehmen, nachdem er seine Schulzeit mit der mittleren Reife abgeschlossen hatte. Bald packte die beiden Jungunternehmer der Ehrgeiz, in Eigenregie bessere Mahlwerke herzustellen als die, die ihnen für die Montage zur Verfügung standen, Hermann und Ewald Spiekenheuer entwickelten und fertigten Spezialmaschinen, mit denen sie Mahlwerke fräsen und härten konnten. Zunächst betätigten sie sich als Zulieferer für Remscheider Werke, kurz darauf begannen sie eine eigene Kaffeemühlenproduktion.

 

 

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